Dem Himmel so nah

© Lotti Tomke

Es stürmt, es regnet, es ist kalt – kurz gesagt: Das Wetter ist genau so, wie ich es NICHT mag. Die Spaziergänge mit Dusty werden zur Schlammschlacht, jeder Aufenthalt im Freien wird auf das Nötigste reduziert und neben dem Schreibtisch sind nun Couch und Badewanne meine liebsten Aufenthaltsorte. Und dann wird es plötzlich Abend. Und alles ändert sich.

Von der grauen Maus zum Vamp

Auf einmal reißt die Wolkendecke auf. Und der Himmel rüstet sich zum sagenhaften Show-down. Auf mich wirkt das immer so wie diese Vorher-Nachher-Reportagen. Erst steht eine graue Maus mit langweiliger Frisur und unscheinbaren Klamotten vor dir – und dann verwandelt sie sich schwuppdiwupp in einen wilden Vamp. Und du denkst dir: Was, das soll ein und dieselbe Person sein?

Wenn sich der Himmel ausgehfein macht 

Momentan trägt der Himmel bei uns den ganzen Tag am liebsten Grau. Von meinem Schreibtisch aus sieht das dann so aus:

© Lotti Tomke

Nicht besonders einladend, oder? Geschweige denn, spektakulär. Aber dann tappt man kurz in die Küche, um sich einen Tee zu holen. Und wenn man wiederkommt, brennt auf einmal der Horizont. Das sieht dann so aus:

© Lotti Tomke

Oder so:

© Lotti Tomke

Ist das nicht absolut unglaublich? Also, ich sitze jeden Tag mit offenem Mund vorm Fenster und denke mir: Wahnsinn! Danke, Himmel, dass du dich so für mich in Schale wirfst. Oder für wen auch immer. Trotzdem danke, dass du mich daran teilhaben lässt. Die Bilder sind übrigens nicht bearbeitet. Das sieht echt so aus!

Natürlich zündet der Himmel nicht jeden Abend so ein Feuerwerk. Aber gerade nach diesen endlos grauen, nebligen Tagen erstaunt es mich umso mehr. Manchmal fallen die Farben auch dezenter aus, schön finde ich es trotzdem.

Das Foto zum Beispiel mag ich total gerne. Die Wolkentiere auf dem Weg ins Bett, denke ich mir da immer.

© Lotti Tomke

Ja, wo gehen Wolken eigentlich schlafen? Und macht ihr das auch, Wolkentiere am Himmel suchen und benennen? Ich liebe das. Was gibt es Schöneres, als gemütlich auf einer Wiese zu liegen und in den Himmel zu gucken?

Ach, ich gerate schon wieder ins Träumen. Aber das ist gut so. Und es ist auch gut, dass sich der Himmel immer wieder aus seinem grauen Anzug kämpft und zeigt, was wirklich in ihm steckt. Denn ich finde, das sollte uns allen Inspiration sein, ruhig öfter einmal den Vamp in uns freizulassen. Dem gewohnten Trott den Rücken zu kehren. Mutig zu sein. Zu all den Farben zu stehen, die uns ausmachen. Denn jeder Mensch ist ein bunter Topf aus Eigenschaften, Stärken, Schwächen, Ideen und Möglichkeiten. Aus dieser Mischung zu schöpfen, macht das Leben aus. Das klingt jetzt wie das Wort zum Sonntag.  Aber weil heute Sonntag ist, lasse ich es einfach stehen.

© Lotti Tomke

Glaubt an euch. Seid bunt. Werft euch in Schale, wann immer ihr Lust dazu habt.

Farbenfrohe Grüße,